13. August 2020
Platons Philosophie war eine Metaphysik des Lebendigen. Aristoteles hat ihm vorgeworfen, sich nicht mit dem Seienden, sondern (nur) mit dem Menschen zu befassen. Seither ist Philosophie vor allem Welterklärung, und in der Naturwissenschaft des 17. Jahrhunderts ist das Lebendige endgültig aus dem Denken verbannt. Es wäre hoch an der Zeit sich wieder dem Lebendigen zuzuwenden.
13. April 2020
Religion oder Spiritualität ist nicht in Dogmen gegossene Wahrheit, sondern ein Weg mitten im Leben. Spiritualität beginnt da, wo das Leben beginnt, führt über die Ichwerdung zur Ablösung vom Über-Ich in die gegengeschlechtliche Ergänzung.
09. März 2020
Probleme der medizinischen Forschung am Beispiel der Traumatherapie: Seit der Entdeckung der Psychopharmaka spielen andere Forschungsrichtungen, auch wenn sie weit erfolgreicher sind, nur mehr eine Nebenrolle - Ideologie in Forschung, Politik und Gesellschaft.
13. Februar 2020
Wir fühlen uns normalerweise als Ich, das der Welt gegenüber steht. Diese gefühlte Trennung ist aber eine Illusion. Es gibt kein Ich ohne Welt und keine Welt ohne Ich.
15. Januar 2020
Traumatische Erlebnisse sind eine Tragödie, besonders wenn sie in eine Zeit datieren, die vor dem 3. Lebensjahr liegt, und an die man sich normalerweise gar nicht erinnern kann. Sie werden zu Lebensthemen, deren Auslöser völlig im Dunkeln liegt. Wodurch ein Herauskommen nahezu unmöglich ist.
19. Oktober 2019
Von Albert Einstein bis Stephen Hawking waren und sind Physiker auf der Suche nach der einheitlichen Weltformel, einer theory of everything. Dass dies innerhalb der Physik unmöglich ist, hat allerdings schon Wolfgang Pauli festgestellt, als er meinte, nicht die Quantentheorie sei unvollständig, sondern die Physik als Ganze innerhalb des Lebens. Die Rechnung kann nicht ohne den Menschen aufgehen – und eine Weltformel nicht ohne die Innenwelt, die Dimension der Psychologie.
13. Oktober 2019
Das Böse könnte seinen Ursprung in der Beziehungsunfähigkeit des Menschen haben, der auch auf den Mangel der Beziehung zu sich selbst zurückgeführt werden kann. Damit liegt die Lösung des Problems nicht in der Bekämpfung des Bösen in der Welt, sondern in der Arbeit an der Beziehung zu uns selbst als Lebensaufgabe. C.G. Jung war der erste, der diese Lebensaufgabe als Individuationsprozess thematisierte.
24. September 2019
Eine philosophische Praxis ist nicht dazu da, Theorien zu bilden, sondern Probleme zu lösen. Es geht es auch nicht bloß um (logisches) Denken. Um Probleme zu lösen, bedarf es nicht der Logik, sondern der Fantasie. Und es geht auch nicht um Wahrheit, sondern um Lebendigkeit, die immer Dynamik, immer ein Weg ist.
07. August 2019
Wenn man Evolution und Kultur des Menschen mit einem einzigen Wort beschreiben müsste, dann wäre das der Begriff des Symbols. Er ist umfassend, vielschichtig und dynamisch.
05. Mai 2019
„Freiwillig“ aus dem Leben zu scheiden ist meist nicht die Flucht aus dem Leben, sondern die (scheinbare) Unmöglichkeit, ins Leben zu finden. Eine traumatische Situation, die aber auch für die Nahestehenden zum Trauma wird.. Mir ist bewusst, das Thema ist ein Tabuthema und äußerst heikel. Trotzdem wage ich den Versuch, einige Aspekte anzudeuten, ohne das Thema ausschöpfen zu wollen oder zu können.

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